2 mal 5000 Höhenmeter zwischen Chur und dem Engadin. Zwei Tage voll von intensivsten Eindrücken und Emotionen. Die obligate 10‘000 Hm-Marke haben wir geknackt – aber das primäre Ziel war eine atemberaubende Tour über einige der besten und längsten Trails der Region mit einem Offroadanteil von 95%! Auf unseren Trails überwanden wir insgesamt sieben Pässe und fuhren über Kreten, Schultern und durch viele einsame Täler.
Um 04:45 Uhr und im Schein unserer Lampen begann der erste Tourentag. Bei Sonnenuntergang und 5900 Höhenmeter später, neigt sich dieser dem Ende entgegen. Während im Tal bereits die Dämmerung einsetzt geniessen wir hier auf 2400 Metern – hoch über dem Prättigau – die letzten Sonnenstrahlen. Das Licht ist magisch, Glücksgefühle kommen hoch, wir erleben gerade intensivsten Bikespirit…
Nicht nur die Abfahrten, auch viele Uphills führen uns über knackige Trails. Kaum ein Höhenmeter gab es auf Asphalt. Kaum ein Höhenmeter „rollte“. Der unbändige Willen und der Kampfgeist bringt die Gruppe in eine beeindruckende Dynamik. Auch nach 10 Stunden im Sattel versucht man noch jede Steilstufe und jeden Absatz fahrend zu meistern. Es sind intensivste Momente wo man jede Faser seines Körpers spürt. Momente wo Kraft, Kondition und Koordination auch höchstem Level zusammentreffen.
Einige Übergänge und Trails sind bis heute wenig bekannt und werden selten befahren. Wir tauchen ein in eine Alpenwelt die von Walsern geprägt wurde. Sie haben nicht nur Spuren hinterlassen in Form von typischen Walser Siedlungen, sondern auch beim Anlegen von passüberquerenden Wegen. Dieser Trail-Uphill ist der Einstige in stundenlange Einsamkeit. Exakt bei Sonnenaufgang erreichen wir die Passhöhe auf über 2600 Meter.
Eine verspielte Abfahrt leitet uns in ein menschenleeres Tal. Von eiszeitlichen Gletschern geprägt stemmen sich die Berge auf allen Seiten in den Himmel. Wir werden von den Dimensionen fast verschluckt. Völlig unscheinbar zweigt ein paar Kilometer später ein verstecktes kleines Seitental ab. Das Weglein scheint ins Nirgendwo zu führen…
…aber nach einer halben Stunde lehnen sich die Berge etwas zurück. Der Blick wird frei zu Fels und Gletschereis. Der Talboden wird etwas breiter und später fahren wir sogar an tiefblauen Seen vorbei. Fast unbemerkt überwinden wir hier den zweiten Pass des Tages. Die Abfahrt dauert dann eine ganze Weile – nach fünf Stunden erreichen wir das erste kleine Dorf und somit für kurze Zeit wieder die „Zivilisation“.
Nach dem dritten und längsten Uphill des zweiten Tourentages erwartet uns der beeindruckendste Taltrail dieser Tour. Nochmal erleben wir die geballte Ladung Einsamkeit – die Weiten haben schon fast Himalaya-Dimensionen. Die Glücksgefühle sind kaum in Worte zu fassen – wiederum erleben wir Bikespirit pur.
Euch allen und auch dem Betreuerteam Willi und Ruedi ein riesen grosses Danke. Diese Emotionen und bleiben mir für immer in Erinnerung. Herzliche Gratulation zu diesen sehr anspruchsvollen 10‘000 Höhenmetern – eure Kraft, Kondition und vor allem auch euer extrem grosser Wille hat mich zu tiefst beeindruckt! Ich wünsche ich beste Erholung und eine schnelle Regeneration 🙂
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