Das Datum war fixiert, das Konzept einer 2-Tages Fatbike-Tour im Jura ist seit 3 Jahren ausgearbeitet… gekommen ist es auch in diesem Jahr wieder anders. Zwei Tage waren wir auf den breiten Stollen in den Winterlandschaften des Sarganserland und des Domleschg unterwegs. Ein Fatbike-Wintererlebnis welches so wohl kaum jemand erwartet hätte.

Malerisch verschneite Winterlandschaften sind aktuell rar. Das habe ich auf unzähligen Rekkotouren in der Innerschweiz, im Entlebuch, in den Berner Voralpen und in der Lenzerheide schmerzlich festgestellt. Ich war auf der Suche nach schönen Schneeschuhtrails, weichen Tiefschneehängen und aussichtsreichen Winterwanderwegen – und ja, in tieferen Lagen durfte es zwischendurch auch mal eine trockene Singletrail-Einlage sein. All diese Wünsche zusammenzubringen, ist momentan eine Herausforderung. Dank guten Tipps, Gespür und Erfahrung ist es dennoch gelungen – und wir wurden mit traumhaften Winterstimmungen verwöhnt.
Unser Blick schweift über das Sarganserland – ein strategischer Durchgangsraum, der schon zu Römerzeiten und später bei Säumern eine zentrale Rolle spielte. Kulturell ist die Region ein spannender Übergang zwischen rätoromanischem, Walser- und alemannischem Einfluss, was sich bis heute in Ortsnamen und Bauweise widerspiegelt.
Das Ganze geniessen wir auf einem wahren Panorama-Schneeschuhtrail der in dieser Art nie enden sollte…
Die Wege sind griffig und laden zu einer offensiven Fahrweise ein – vorausgesetzt, der Reifendruck stimmt und man bringt die nötige Lockerheit auf dem Bike mit. Dann passt’s.
Rasant rauschen wir durch die Winterlandschaft. Kleine Wellen werden zu willkommenen Sprungeinlagen, Kurven dürfen mit gutem Gewissen gedriftet werden. Glücksgefühle machen sich breit – wir geniessen den Winter in vollen Zügen.
Mit einer wohligen Müdigkeit erreichen wir das Hotel. Die eingeheizte Sauna wartet bereits – Lappland-Emotionen kommen in mir hoch, denn diese Fatbike-Sauna-Kombinationen gehören für uns in Lappland zur Tagesordnung. Ein feines Abendessen im Bündnerstübli, gute Stimmung und viel Lachen machen diesen Tag rundum perfekt.
Hoch über dem Domleschg starten wir in den zweiten Fatbike-Tag. Die Region ist bekannt für ihre aussergewöhnliche Dichte an Burgen und Ruinen – stille Zeugen einer Zeit, in der jede Talstufe strategisch kontrolliert wurde. Vor uns thront der mächtige Piz Beverin, das wilde Herz dieser Gegend.
Rund um den Beverin, das Safiental und den Hinterrhein leben seit einigen Jahren wieder Wölfe – eines der frühesten Rückkehrgebiete der Schweiz. Das Gebiet war schon immer abgelegen, rau und dünn besiedelt, was es bis heute für Wildtiere attraktiv macht. Für uns bleibt vor allem dieses Gefühl: unterwegs zu sein in einer Landschaft, die echt, ursprünglich und ein bisschen wild geblieben ist.
Danke euch allen für für diese einzigartige und erlebnisreiche 2-Tages Fatbiketour. Es war ein riesiges Erlebnis, welches ich so sehr genossen habe.
Der vierte und bereits zweitletzte Fatbike- und Singletrail Alarm der Saison 2025/26 findet am 7. Februar statt.


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