Aussichtsreiche Kämme, gefrorene Seen, einsame Hochtäler, glitzernder Schnee und malerische Bergdörfer inmitten einer tief verschneiten Naturlandschaft. Als Ersatztour für die „Fatbike-Expedition in Lappland“, erlebten wir eine Woche lang den Fatbike-Spirit in einer der schönsten Winterlandschaften der Schweiz.
Unsere Tour startete in Form einiger rasanter Abfahrts-Runs. Hier im Landwassertal wurde 1934 der weltweit erste Bügelskilift in Betrieb genommen. 87 Jahre später rauschen wir mit unseren Fatbikes die Hänge runter. Ein gemächlicher Start in eine Bikewoche die uns täglich mit spektakulären Erlebnissen verwöhnen wird.
Mit über 70 km gab es am zweiten Tag bereits die Königsetappe. Über gefrorene Seen, hinein in einsame Seitentäler und über rasante Schneeschuhtrails rauschen wir durch das Oberengadin. Die Wegverhältnisse sind top – unser Fatbike-Glück können wir kaum in Worte fassen. Kein anderes Tal im ganzen Alpenraum weist eine Serie von mehreren aufeinanderfolgenden Seen auf, welches von 3’000 bis 4’000 Meter hohen Gletscherbergen umgeben ist. In den Eiszeiten wurde diese einzigartige Landschaft geformt, welche damals von 1000 m mächtigen Eisströmen aus dem Berninagebiet überdeckt waren. Mitten auf den Seen geniessen wir eine Perspektive in die Berge hinein die für uns Biker völlig unbekannt ist.
Heute sind wir im Angesicht der höchsten Berge der Ostalpen unterwegs. Leider etwas in Wolken gehüllt erkennen wir nur ganz knapp den Biancograt mit dem Piz Bernina. Ein besonderer Ort da dieser Talkessel vor 3 bis 5 Millionen Jahren der Talschluss des Engadins war. Ein weiterer Höhepunkt erwartet uns nur wenig später. Ein Schneeschuhtrail der exklusivsten Sorte und dies über rund 10 Kilometer. Oftmals verlaufen parallel zueinander zwei bis drei verschiedene Trails, die immer wieder zusammenführten und sich wieder trennten. Das Ganze über kleine Wellen und Kämme. Es fühlte sich an wie die Trails im North Fruita Desert in Colorado – nur dass die Trails in den Schnee gebaut sind. Wir erleben gerade den Snow-Flow.
Heute gehts über Winterwanderwege vom Oberengadin ins Unterengadin. Das Tal wird enger und wilder. Die Dörfer werden immer ursprünglicher und haben diesen typischen Engadiner Charakter. Der Unterschied zwischen der Tourismusregion Oberengadin und dem landwirtschaftlich dominierten Unterengadin ist deutlich zu erkennen. Die Südhänge haben bereits stark ausgeapert aber auf den präparierten Schlittelwegen hält sich der Schnee hartnäckig was uns natürlich besonders freut. Wiederum eine einzigartige Situation, die wir hier erleben – wir fahren mit unseren Fatbikes auf einem weissen Schneeband durch die Landschaft.
Je weiter wir das Engadin runterfahren desto mehr schmilzt uns der Schnee unter den Reifen weg. Ich passe die Route kurzfristig an. Wir wechseln die Talseite und somit vom Frühling in den Winter. Dabei baue ich einige mir noch unbekannte Schneetrails ein. Ein Volltreffer! Auf aussichtsreichen Winterwanderwegen gehts in die Höhe und auf rasanten Schneeschuhtrails rauschen wir dem Tal entgegen. Wiederum ein Tag voller bleibender Eindrücke. Noch besser werden kann es eigentlich nicht…
…aber dann gibt es in der Nacht 5-10 cm Neuschnee… Wir biken durch eine Winter- und Naturlandschaft wie sie in ihrer Schönheit kaum mehr zu übertreffen ist. Kilometerlang ziehen wir unsere Spuren in den unberührten Schnee. Es scheint als hätten wir die Welt für uns alleine. Eine Woche voller Emotionen die in unseren Herzen tiefe Eindrücke hinterlassen haben. Fatbike-Emotionen, die für immer in Erinnerung bleiben.
Danke euch allen für dieses einzigartige Erlebnis.
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