Fatbike-Faszination Engadin (21. – 23. Januar)

Gefrorene Seen, einsame Hochtäler, Gletscherberge, glitzernder Schnee, klirrend kalte Luft und malerische Bergdörfer. Inmitten einer der schönsten Winterlandschaften der Schweiz erlebten wir einzigartige Fatbike-Emotionen. Rechts von der Bildmitte ist der spektakuläre Biancograt mit dem Piz Bernina zu erkennen. Mit 4048 müM ist er der einzige 4000-er der Ostalpen. Mitte der 90-er Jahre hatten wir den Gipfel – spontan während eines Trainingslagers im Engadin – über den Biancograt bestiegen. Damals war der Morteratschgletscher nur etwa 200 Meter von dieser Stelle entfernt.


Auf Winterwanderwegen biken wir an den Südhängen entlang durch das Unterengadin. Neuschnee wäre überfällig. Die Wege sind pickelhart und an diversen Stellen vereist, wie ich es noch nie erlebte. Im Hintergrund, auf der Sonnenterrasse, ist das Dorf Guarda zu erkennen.  Hier liegt der Ursprung der Kindergeschichte von „Schellen-Ursli“. Der bekannte Bündner Künstler Alois Carigiet (1902-1985) verlieh dem Kinderbuch, mit seinen Zeichnungen, seinen unverkennbaren Charakter. Mitten im Dorf, an der Plazzetta zuos-cha, liegt das Haus welches als Vorbild für Schellen-Urslis Elternhaus diente.


„Plan B“ kommt zum Einsatz und wir wechseln die Talseite. Hier an den Nordhängen liegt deutlich mehr Schnee und vor allem bieten die Winterwanderwege auf dieser Talseite perfketen Gripp. Die Sonnenstrahlen berühren die Hänge um diese Jahreszeit nur für einen kurzen Moment. Das Timing stimmt und wir erleben eine Wintermärchenlandschaft wie aus Schellen-Urslis Buch.


Im Oberengadin liegt mehr Schnee. Vor allem wenn man in die wilden Seitentäler vordringt. Zuerst bikten wir über die gefrorenen Seen gen Maloja. Kein anderes Tal im ganzen Alpenraum weist eine Serie von mehreren aufeinanderfolgenden Seen auf, welches von 3’000 bis 4’000 Meter hohen Gletscherbergen umgeben ist. In den Eiszeiten wurde diese einzigartige Landschaft geformt, welche damals von 1000 m mächtigen Eisströmen aus dem Berninagebiet überdeckt waren. Mitten auf den Seen geniessen wir eine Perspektive in die Berge hinein die für uns Biker völlig unbekannt ist. Dann tauchen wir ein in eines der unberührtesten Seitentäler. Dieser Trail führt uns nun immer tiefer hinein in eine wahre Winter-Wunder-Welt…


Heute sind wir im Angesicht der höchsten Berge der Ostalpen unterwegs. Biancograt, Piz Bernina, Rosegg, Palü und viele mehr können wir von unseren Trails aus bestaunen. Dieser Talkessel war vor 3 bis 5 Millionen Jahren der Talschluss des Engadins. Es ist mit rund minus 12°C klirrend kalt. Aber bald erreichen uns die ersten Sonnenstrahlen und die Temperaturen gehen rasant aufwärts.


Und selbstverständlich gehört auch ein wenig Gletscher-Feeling dazu…


Ein wahr gewordener Fatbike-Traum… Ein Schneeschuhtrail der exklusivsten Sorte und dies über rund 10 Kilometer. Über kleine Wellen, Kämme und mit vielen Richtungswechseln schlängeln wir uns dem Tal entgegen. Es fühlte sich an wie die Trails im North Fruita Desert in Colorado – nur dass die Trails in den Schnee gebaut sind. Wir erleben gerade den Snow-Flow.
Drei Tage Fatbike-Emotionen, die für immer in Erinnerung bleiben! Danke euch allen für dieses wunderschöne Erlebnis. – VIDEO

Kommentare

28. Januar 2022
Braungebräunt und mit Shirt und Shorts durch staubige Trails zu rocken? Ja, dass kennen viel und macht auch mir mächtig Spass. Aber mit Luki haben wir uns an drei Tagen neuen Herausforderungen gestellt und sind bei Eis, Schnee, Tiefschnee und bei minus 13 Grad mit den Fatbikes durch das Engadin gerockt. Ein neues, tiefgreifendes Erlebnis, welches ich nicht missen möchte. --Seelenbalsam vom feinsten --
24. Januar 2022
Wau was für ein Erlebnis, auf dicken Reifen durften wir ein Wintermärchen der Premium Klasse erleben. Kilometer-lange Winterwanderwege, zugefrorene Seen, romantische Seitentäler zum Teil auf schmalen Schneeschuhpfaden. Das absolute Highlight der wilde Slalompfad vom Fusse des Morteratsch-Gletscher der sich um Büsche und verschneite Steinbrocken abwärts schlängelt, lasst jedes Bikerherz höher schlagen!!! Danke Luki!!!!! Danke der tollen Gruppe!!! Danke den Schneeschuhläufer welche in der letzten Zeit den Neuschnee mühsam zusammengestampft haben!
Urs Wäckerlin
24. Januar 2022
Fatbiken in der wundschönen und unvergleichlicher Engadiner Berg Märchenwelt. Alte Pittoreske, typische Unter Engadiner Dörfer, wo es den Anschein macht das die Zeit stehen geblieben ist. Fernab des Jet-Sets mit Pelz tragendenden «Matronen». Stundenlage Fahrten über die Engadiner Seenplatte, die überbreiten Reifen knirschen auf der leicht mit Schnee bedeckten gefrorenen Eisschicht. Die Seele ist frei – unsere Blicke endenden am Horizont. Knackige Up-Hills führen zu unvergesslichen Abfahrten durch Lärchenwälder, teilweise auf Winterwanderwegen aber auch über Schneeschuh-Trails. Kurzer erdgeschichtlicher Trip zur Gletscherzunge der Morteratsch Gletschers. Ich wurde vom Fatbike Fieber gepackt – das Feuer lodert in mir und lässt mich nicht mehr los. Wie ein Junkie will ich immer mehr. Sicher werde ich wieder zurückkehren. Vielen Dank Luki für die umsichtige, rücksichtvolle und überaus vielseitige Durchführung dieses Camps. Herzlich bedanken möchte ich mich auch bei unseren Gastgebern Monica und Remo von der Bever Lodge in Bever. Gutes Essen und sehr komfortables Zimmer

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