Der Start zu unserer Namibia-Reise verlief eher suboptimal. Unser Anschlussflieger in Johannesburg hebt ohne uns ab, mit der Konsequenz, dass unser Gepäck natürlich den Weg nicht nach Windhuk findet. Wir konnten kurzfristig Bike Kleider und Helme organisieren und so ist unsere Gruppe ein farbenprächtiger bunter Lichtpunkt im sonst eher trockenen, kargen Hochland. Keine 40 km ausserhalb der Hauptstadt erleben wir bereits viele Tiere – es ist die Heimat der Gnus, Zebras, Springböcke und Oryx
Mein Herz schlägt auch dieses Mal wieder höher als wir beim Sonnenuntergang das „Matterhorn Namibias“ erreichen. Nach einem magischen Sonnenuntergang sitzen wir unter dem Sternenhimmel und geniessen unsere Zufriedenheit am Lagerfeuer. Am nächsten Morgen starten wir mit der Besteigung des „Matterhorns“, der grossen Spitzkoppe. Der Blick schweift über die sanften Ebenen. Das kühle Bier nach erfolgreicher Gipfelbesteigung schmeckt im Felsenpool fantastisch.
Unsere Reise führt uns immer weiter in den Norden, entlang sich immer verändernden Landschaften. Der morgendliche Start bei Sonnenaufgang ist magisch und bleibt uns für immer in Erinnerung. Nach der knochentrockenen Durchquerung der Palmwag Concession, die in dieser schlechten Regenzeit gerade Mal 11mm Regen abbekommen hat, freuen wir uns am Abend auf den Naturpool in Warmquelle. Wir sitzen im 26 Grad warmen kristallklaren Wasser und lassen den Tag ausklingen.
In Purros der Heimat der „Wüstenelefanten“ folgt nun ein Highlight dem anderen. Mitten in der ältesten Wüste dieser Erde „der Namib“ biken wir weglos durch weite Täler und enge Schluchten bis zu unserem einmaligen „Pizzacamp“. Dieser abgelegene und völlig unberührte Teil der Namib ist Magie pur. Zauberhafte Kompositionen von Farben und Formen in allen erdenklichen Brauntönen. Von unserem Sundowner Aussichtsberg sieht man den nahenden Küstennebel – keine 30 km entfernt brandet der Atlantik an die Namibische Küste. Im von der Natur geschaffenen Felsenofen brutzelt bereits unsere selbstgemachte Pizza. Heute schlafen wir ohne Zelt unter dem unendlichen Firmament. Ab nun beginnt ein weiterer Höhepunkt dieser Reise, auf vielen Kilometern folgen wir den natürlichen “ Singeltrails“ die die Tiere jede Nacht zum Wasserloch führen.
In Opuwo, der quirligen und chaotischen Hauptstadt des Kaokolandes, bekommt nun auch Markus als letzter sein Gepäck. Uns allen wurde aufgezeigt, wie wenig Dinge es für Zufriedenheit braucht. Nun folgen zwei grandiose Safaritage im Etosha Nationalpark, nicht weniger als 15 Löwen, Herden von Elefanten mit ihren Kälbern und faszinierende Begegnungen mit Spitzmaulnashörnern durften wir erspähen.
In Otjiwa nehmen wir langsam Abschied von einer wundervollen Zeit in Namibia, wir radeln ein letztes Mal durch Herden von Antilopen und Giraffen.
Tiefe Dankbarkeit empfinde ich für all die Begegnungen mit den einfachen und zauberhaften Menschen entlang unserer spektakulären Route. Respekt hege ich für diese Urvölker welche inmitten der Wüste ein einfaches und glückliches Leben führen. Grenzenlose Freiheit, Abenteuer und grandiose Camps sind Begriffe, welche wir in Namibia noch (er)leben durften. Jeder dieser kostbaren Momente, von denen es so viele auf dieser Reise gab und diesen Bericht noch ewig in die Länge ziehen würde, bleibt für mich ein Geschenk. Aus Gästen wurden Freunde. Ich bedanke mich von ganzem Herzen für diese magische Zeit. Urs
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