Neujahrsride 2026 – Sonnenuntergang, Fondue & Vollmond-Trails (1. Januar)

Bereits am ersten Tag des neuen Jahres zogen wir unsere Spuren – dieses Mal nicht im Schnee, sondern auf trockenen Trails. Der traditionelle Neujahrs-Ride fand 2026 unter anderen Vorzeichen statt: Schneemangel statt Pulverschnee, schmale Reifen statt Fatbikes.
Hoch über dem Engelbergertal rollten wir hinein in die neue Saison. Die Trails trocken, griffig und überraschend verspielt. Die Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite, und mit jedem Höhenmeter öffnete sich die Landschaft mehr. Weite Alpweiden, stille Wälder und darüber die weissen Bergspitzen – Brisen, Musenalp, Haldigrat. Das ist meine Heimat.


Unser Ziel ist Niederrickenbach. 800 Meter über dem Talboden gelegen, zwischen Geschichte und Abgeschiedenheit. Ein Ort, der seit Jahrhunderten Menschen anzieht. Maria-Rickenbach ist ein Nidwaldner Wallfahrtsort – entstanden aus der Legende einer Marienstatue, die hier während der Reformation Schutz fand.


Als Nidwaldner Primarschüler mussten wir alle zwei Jahre hierher pilgern. Zu Fuss ab Stans. Vier bis fünf Stunden Marsch – müde, hungrig, durstig. Niemand verstand wirklich, warum wir pilgerten, auch wenn der Lehrer sich redlich bemühte, es zu erklären. Oben angekommen ging es direkt in die Messe. Die Rucksäcke mussten draussen bleiben – damit auch niemand auf die Idee kam, Hunger und Durst während der Messe zu stillen. Während der Predigt nickte der eine oder andere weg. Nach der Messe war die Pilgerreise beendet: Die Lehrer vergnügten sich ab nun in der Beiz, wir Schüler konnten nach Hause, bekamen immerhin 2 Franken damit wir uns die Seilbahn ins Tal leisten konnten. Unten angekommen warteten dann noch 6 Kilometer Fussmarsch bis nach Stans. Damals hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich Jahre später genau diese Berge und Trails lieben würde…


Wir erreichen Niederrickenbach pünktlich zum Sonnenuntergang. Die Sonne steht tief, die letzten Strahlen berühren die Bergspitzen. Ein magischer Moment. Die Landschaft färbt sich warm, ein Moment der nicht lange dauert und deshalb so besonders ist.
Nun geht’s ins besagte Restaurant wo früher unsere Lehrer einkehrten. Gemeinsam sitzen wir zusammen und geniessen ein wunderbares Fondue, lachen, stossen aufs neue Jahr an und lassen den Tag Revue passieren. Wer mag, gönnte sich davor noch eine Runde im neuen Saunazelt – ein Kontrast der bei diesen kalten Temperaturen besser nicht sein kann.


Nun das Schlussbouquet. Der Vollmond steht bereits am Himmel, wir schalten die Lichter ein und stechen in die Abfahrt. Rasant, verspielt, punktuell technisch. Die Trails ziehen sich lange ins Tal. Im Schein unserer Lampen rauschen wir durch Wälder und über offene Hänge hinunter. Ein Moment, der bleibt. Ein Neujahrs-Ride ohne Schnee – und trotzdem wunderschön. Danke euch allen für diesen besonderen Tag, für die gemeinsamen Erlebnisse, die Emotionen und den perfekten Start ins neue Bikejahr.
Allen Luki-Bikern und Leserinnen und Lesern wünsche ich ein glückliches, gesundes und trailreiches 2026.

Kommentare

Christoph
9. Januar 2026
Ein mehr als gelungener Jahresauftakt. Zu Beginn ziemlich kalt, an der Sonne immer wärmer und ein bisschen Schnee haben wir auch noch gefunden. Das Fondue war sehr gut und die Abfahrt bei Scheinwerferlicht ein besonderes Erlebnis. Ein perfekter Neujahrstag.
Andreas
3. Januar 2026
Es war eine tolle und erlebnisreiche Ausfahrt mit schöner Natur, viel Sonne, feinem Fondue, tollen Trails, netten Bikern und zum Abschluss einer schönen Vollmond / Bikelampen Trailabfahrt. Auch war die Tour super organisiert - Kompliment! Grüessli Andreas
2. Januar 2026
Ein toller Start ins 2026! Inklusive Gartensauna und Unterhaltungsprogramm à la Radio Reto. Herzlichen Dank allen fürs Dabeisein.
Urs Wäckerlin
2. Januar 2026
War wie jedes Jahr den Start mit guten Bike-Kollegen zu eröffnen. Das Fondue mundete sehr. Danke Luki für das Alternativ-Programm ohne Schnee.

Schreibe einen Kommentar