Bereits am ersten Tag des neuen Jahres zogen wir unsere Spuren – dieses Mal nicht im Schnee, sondern auf trockenen Trails. Der traditionelle Neujahrs-Ride fand 2026 unter anderen Vorzeichen statt: Schneemangel statt Pulverschnee, schmale Reifen statt Fatbikes. Hoch über dem Engelbergertal rollten wir hinein in die neue Saison. Die Trails trocken, griffig und überraschend verspielt. Die Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite, und mit jedem Höhenmeter öffnete sich die Landschaft mehr. Weite Alpweiden, stille Wälder und darüber die weissen Bergspitzen – Brisen, Musenalp, Haldigrat. Das ist meine Heimat. Unser Ziel ist Niederrickenbach. 800 Meter über dem Talboden gelegen, zwischen Geschichte und Abgeschiedenheit. Ein Ort, der seit Jahrhunderten Menschen anzieht. Maria-Rickenbach ist ein Nidwaldner Wallfahrtsort – entstanden aus der Legende einer Marienstatue, die hier während der Reformation Schutz fand. Als Nidwaldner Primarschüler mussten wir alle zwei Jahre hierher pilgern. Zu Fuss ab Stans. Vier bis fünf Stunden Marsch – müde, hungrig, durstig. Niemand verstand wirklich, warum wir pilgerten, auch wenn der Lehrer sich redlich bemühte, es zu erklären. Oben angekommen ging es direkt in die Messe. Die Rucksäcke mussten draussen bleiben – damit auch niemand auf die Idee kam, Hunger und Durst während der Messe zu stillen. Während der Predigt nickte der eine oder andere weg. Nach der Messe war die Pilgerreise beendet: Die Lehrer vergnügten sich ab nun in der Beiz, wir Schüler konnten nach Hause, bekamen immerhin 2 Franken damit wir uns die Seilbahn ins Tal leisten konnten. Unten angekommen warteten dann noch 6 Kilometer Fussmarsch bis nach Stans. Damals hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich Jahre später genau diese Berge und Trails lieben würde... Wir erreichen Niederrickenbach pünktlich zum Sonnenuntergang. Die Sonne steht tief, die letzten Strahlen berühren die Bergspitzen. Ein magischer Moment. Die Landschaft färbt sich warm, ein Moment der nicht lange dauert und
Bereits am ersten Tag des neuen Jahres zogen wir unsere Spuren – dieses Mal nicht im Schnee, sondern auf trockenen Trails. Der traditionelle Neujahrs-Ride fand 2026 unter anderen Vorzeichen statt: Schneemangel statt Pulverschnee, schmale Reifen statt Fatbikes. Hoch über dem