Die Wintersaison 2025/26 ging mit diesem finalen Fatbike- und Singletrail-Alarm bereits in die Schlussrunde. Zumindest in der Schweiz… Die Planung war eine ordentliche Herausforderung. Ursprünglich war eine Fatbike-Tour im Schnee geplant, doch die Natur hatte andere Pläne. Neuschnee, Regen bis hoch hinauf und die Wettervorhersagen für den Samstag machten alle meine vorbereiteten Fatbike-Konzepte schlicht unmöglich.
Also Plan B: Singletrails im sonnigen Tessin und das Ganze mit der Option die Tour auf zwei Tage zu verlängern. Aber selbst hier im Tessin hatte der Winter noch einmal zugeschlagen – am Donnerstag gab es eine Ladung Schnee bis auf 600 Meter. Jedoch war für den Freitag Sonnenschein, Temperaturen um 15° und starker Nordföhn angesagt. Bei entsprechender Trail- und Routenzusammenstellung sollte ich für Samstag und Sonntag also trockene Trails garantieren können. Und so war es auch und wir haben diesen „verfrühten“ Saisonstart in vollen Zügen genossen.

Hoch über dem Lago Maggiore geniessen wir faszinierende Aussichten. Am Monte Rosa Massiv drücken die Wolken von Norden rüber und zeigen die Staulage an der Alpennordseite. Es war der richtige Entscheid ins Tessin zu gehen.
Das Leben in diesen steilen Bergen stellte einst grosse Herausforderungen an Mensch und Tier. Kaum ein Quadratmeter war flach. In den steilen Flanken kleben heute noch uralte Alpen – bewirtschaftet werden sie schon lange nicht mehr. Zwischen ihnen entstanden die so genannten Mulattieras.

Dieses kunstvoll angelegte Wegenetz waren die Hauptschlagadern und die Verbindungen ins Tal oder zu anderen Alpen. Auf ihnen wurden nicht nur Tiere sondern auch Lebensmittel transportiert.

Auf geschichtsträchtigen Pfaden biken wir durch alte Kastanien- und Birkenwälder und durch aussichtsreiche Bergflanken. Immer wieder geniessen wir dabei unglaubliche Ausblicke zum tief unter uns gelegenen See und erleben die Lepontinischen Alpen mit voller Wucht und in ihrer beeindruckenden Einzigartigkeit.

Im Lago Maggiore treffen die Grenzen der Lombardei, des Piemonts und des Tessins aufeinander. Wie alle oberitalienischen Seen ist auch er durch das Abschmelzen der Gletscher entstanden. Im nördlichen Teil sind die Berge am höchsten und die Ufer am steilsten. Zweitausend Meter beträgt der Höhenunterschied zwischen dem 2188 Meter hohen Gridone – dem höchsten Berg am Lago Maggiore – und dem Seespiegel. Ganz im Süden reicht der See hinaus bis an den Rand der Poebene.

Die weiss verschneiten Berggipfel, der blaue Himmel und die langsam erwachende Natur bilden einen wunderschönen Kontrast. Verlässt man die Uferregionen und dringt in die Berggebiete vor, präsentiert sich noch ein Stück Lago Maggiore wie aus einer längst vergangenen Zeit.

Zwei Tage Trailgenuss, Sonne, blauer Himmel und trockene Wege. Danke euch allen für das wunderschöne Weekend und all die Frühlings-Emotionen die wir zusammen im bella Ticino erleben durften. Der nächste Fabike- und Singletrail-Alarm findet dann wieder im Winter 2026/27 statt. Noch einmal richtig Winter wird es in einer Woche bei der ganz grossen Fatbike-Expedition in Lappland wo wir den höchsten Berg Finnlands (1324 müM) befahren.


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