Walliser Suonen-Trails (4. – 9. April)

Ursprünglich hätten wir im Süden Frankreichs die Provenzalischen Trails erlebt. Die aktuelle Situation erforderte eine Um- und Neuplanung und somit waren wir neu auf einigen der heissblütigsten Trails des Wallis unterwegs. Ein Erlebnis zwischen Weinbergen und Gletschereis das pures Bike-Spektakel bot und uns tief in den Bann zog.


An den trockenen Sonnenhängen geniessen wir frühsommerliche und südländische Ambiente. Die Natur riecht mediterran und die Trails sind staubtrocken. Die Mischabelgruppe mit dem Balfrin ist zum Greifen nah. Schon am ersten Tourentag werden wir mit grossartigen Trail-Leckerbissen verwöhnt. Natürlich nicht nur bergab sondern auch berghoch. Denn auch beim neuen Camp im Wallis soll der Trailanteil – wie beim „Original-Camp“ in Südfrankreich – möglichst nahe an der 100-Prozent-Marke liegen.


Unweit von uns befindet sich der höchst gelegene Weinberg der Alpen. Umgeben von den höchsten Schweizer Bergen gedeiht hier auf 1150 Meter der Heida – ein Weisswein und eine Rarität der vor allem an diesen Hängen angepflanzt wird. Für uns beginnt genau hier eine Flow-Abfahrt von 800 Tiefenmetern über edelste Wege, die uns geradezu in einen Rausch versetzt.


Rund 600 Kilometer Suonen-Trails gibt es im Wallis. Viele davon sind wahre Kunstwerke der Wegbautechnik und für uns Biker ein Traum. Zurückgebliebene Sarazenen – aus den Sarazenen-Einfällen aus dem 10. Jahrhundert – sollen den Einheimischen die Fertigkeiten dieser Bewässerungstechniken vermittelt haben. Dank dieser umfangreichen Bewsässerungswirtschaft (Suonen, Bissen, Wasserleitu) wurde es möglich die trockenen Tallagen der Alpen zu bewirtschaften


Während im Norden der Schweiz der Winter noch mal Einzug hält, geniessen wir stürmisches aber trockenes Wetter. Im Mattertal erleben wir heute ein Trailfeuerwerk das Massstäbe setzt und uns duch das wohl steilste Bergdorf der Schweiz führt. Auch wenn es kalt ist, so heizen uns die Emotionen mächtig ein. Denn schon wenig später schlängeln sich unsere Wege durch steilste Bergflanken und an gewaltigen Abgründen entlang.


Dieser alte Alpweg verbindete einst die hochgelegenen Alpen welche sich 1000 Meter über den einsamen Bergdörfern befinden. Heute sind diese Alpen längst mit breiten und weitausholenden Schotterstrassen erschlossen. Im steilen und exponierten Gelände konnten die alten Wege aber bis heute erstaunlich gut dem rauen Bergwetter standhalten. Ein anschaulicher Beweis wie versiert die Walliser beim Wegebau waren.


Es gibt nur wenige Orte in den Alpen, wo die Rebberge und die Gletscherberge so nah beieinander liegen. Auf kurzer Distanz befinden sich hier sämtliche Vegetationsstufen der Alpen. Auch wenn wir im April noch nicht bis ins Hochgebirge und zu den Gletschern hochkommen, so erwartet uns ein gewaltiges Trailfeuerwerk zwischen 600 und 1600 müM.
Grazie mille für diese Bikewoche im Herzen des Wallis und auf einigen der schönsten Trails der Region. Das war Trailbiken vom feinsten das ich mit euch zusammen in vollen Zügen geniessen durfte!

Kommentare

Felix Vogel
14. April 2021
Salve Luki Auch von meiner Seite, tausend Dank für die super Frühlings Trail Tage mit dir. Wieder unvergessliche Tage im Herzen des Wallis geniessen zu dürfen. Mach weiter so, und bis bald Felix
Stefan Lustenberger
11. April 2021
Hoi Luki Das Wallis ist und bleibt ein Rohdiamant in der Sache "Biken". Wird dies mit deiner kreativien, umsichtigen und perfekten Planung kombiniert, entsteht eine absolut "explosive" Mischung: 100% Trail und das im Frühjahr! Vielen Dank für die super schönen Tage und die top Organisation! Stefan und Sandra
Silvan
10. April 2021
Hallo Luki, super Bericht und Bilder. Habe Tränen in den Augen, schade habe ich das verpasst.:-( Gruss Silvan
10. April 2021
Hey Luki Sonntag und Montag waren genial. Am Dienstag und Mittwoch musste ich bei -8 Grad zu Beginn etwas unten durch :-). Am Donnerstag und Freitag wieder traumhaft. Ich bin jetzt müde und habe eine Pause verdient. Top trainiert für Anfangs Saison. Dies ist deinen top geplanten Touren zu verdanken. Thx und bis bald. Salah

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