Drei Tage war es ein Katz- und Maus-Spiel mit dem Wetter. Schlussendlich zeigte sich, dass Petrus wohl auch ein Biker-Herz hat. Hoch über dem Tal der Vispa fuhren wir auf spektakulären Suonen-Trails und über uralte Verbindungswege durch die steilen Bergflanken. Jeder Trailmeter steigerte unser Glück. Was gibt es schöneres, als mit feinen Leuten und in guter Stimmung dieses Bike-Feeling zu erleben…
Bis zum Start regnet es in Strömen. Ich mache mir Gedanken über Alternativen und eine Startverschiebung. Dann pünktlich um 9:30 Uhr hört der Regen auf und kaum fünf Minuten später ist bereits lückenhaft blauer Himmel zu erkennen. Zack sind wir auf unseren Bikes und bereits wenig später rollen wir auch schon über die ersten Trails mitten durch die Rebberge. Wir sind in der «Heimat» des Heida-Weins, der hier am höchstgelegenen Weinberg der Alpennordseite angebaut wird. Mit jedem Meter wird es wärmer, die Trails trocknen unglaublich schnell ab.
Auf einem «hochprozentigen» historischen Weg erreichen wir diese wunderbar aussichtreiche Alp. Ich bin glücklich, dass wir bis dahin komplett trocken durchgekommen sind und wir die seidenfeine Flow-Abfahrt in vollen Zügen geniessen können. Im Tal angekommen ist es nach wie vor trocken. Der Blick zum Himmel verheisst allerdings nichts Gutes. Trotzdem entscheiden wir uns noch für eine Zusatzschleife. Aber auch nach dieser Runde ist es immer noch trocken und so folgt entsprechend die nächste Trail-Schleife. Das Wetter hält… und so wird kurzerhand diese Trailschleife noch deutlich verlängert. Schlussendlich sind wir den ganzen Tag nicht nur trocken, sondern auch fast immer auf Trails unterwegs und müssen zum Ende hin noch fast zum Abendessen pressieren.
An den Südhängen hat sich der Schnee bis auf eine Höhe von 1800 müM zurückgezogen. An den gegenüberliegenden Nordhängen liegen die Wege ab ca 1400 müM noch unter einer Schneedecke. In der Tourenplanung habe ich diverse «Schnee-Grenzen-Szenarien» berücksichtigt und so kann ich schnell auf die unterschiedlichsten Situationen reagieren. Und das Resultat bleibt immer dasselbe: Drei Tagestouren mit maximal vielen und spektakulären Singletrails.
Unter uns liegen die Rebberge und über uns strecken sich die 4000-er in den Himmel. Es gibt in den Alpen nur wenige Täler, die einen solch grossen Reliefunterschied aufweisen. Von den mediterranen Weinbergen geht es durch sämtliche alpine Vegetationsstufen, hinauf bis ins vergletscherte Hochgebirge. Oftmals ziehen sich diese Trails durch mehrere dieser Vegetationsstufen – ein Erlebnis, das ich im Wallis ganz besonders schätze. Hoch über dem Tal der Rohne geniessen wir Ausblick und Trails ohne Ende. Wir reihen ein Weg an den anderen und geniessen heute ein nahezu stundenlanges Trailvergnügen.
Weihnachtsstimmung am letzten Tag… Der Winter holt uns kurzzeitig noch mal ein. Trotzdem gibt es noch mal die geballte Ladung Trails wie man es im Wallis kennt. Dieser historische Weg war einst die Hauptverbindung zweier Bergdörfer und wurde von Menschen, Maultieren und Vieh rege genutzt. Heute geniessen wir Biker diese faszinierende Weganlage welche abschnittsweise durch sehr steiles Gelände führt.
Trails der Extraklasse liessen unsere Bikerherzen höherschlagen. Ein Saison-Auftakt nach Mass. Ganz herzlichen Dank für dieses Erlebnis inmitten der Walliser Bergwelt. Das waren Bike-Emotionen vom Feinsten! Paddy, vielen Dank für dein grossartiges Co-Guide Engagement bei der Technik-Gruppe!
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