Nach der Fatbike-Tour durch Lappland war ich eigentlich überzeugt, dass der Winter für dieses Jahr abgeschlossen ist. Die Gedanken waren bereits bei staubigen Trails, ersten Frühlingsblumen und warmen Sonnenstrahlen. Doch die Natur hatte andere Pläne. Über Nacht kehrte der Winter zurück – und zwar mit Nachdruck. Es schneite wie im tiefsten Januar, und in den Bergen fiel noch einmal eine ordentliche Ladung Neuschnee.

Unsere geplante Tour passen wir am Morgen nur leicht an. Viel mehr braucht es nicht. Schon am Morgen zeigen sich die ersten blauen Lücken in der Wolkendecke. Die Berge liegen tief verschneit da, fast unwirklich ruhig. Es ist einer dieser Morgen, an denen die meisten Menschen lieber zu Hause bleiben. Für uns bedeutet das: leere Trails, stille Wälder und das Gefühl, die Landschaft fast für uns alleine zu haben.

Der Schnee hat die perfekte Konsistenz – griffig, weich und genau richtig für einen dieser seltenen Snow-Trail-Rides, wie man sie sich kaum schöner vorstellen kann. Statt den ersten farbigen Frühlingsblumen erwartet uns überraschend viel Tiefschnee. Wir ziehen die ersten Linien durch die weisse Landschaft, Spur um Spur.

Kaum zu glauben, dass vor gerade einmal fünf Tagen auf einigen dieser Weiden bereits die ersten Kühe am Grasen waren.
Die Route führt uns über den Renggpass – einen historischen Übergang zwischen Nid- und Obwalden, der seit Jahrhunderten genutzt wird. Schon im Mittelalter zogen hier Römer über den Rücken des Lopper und gingen weiter Richtung Brünig und Haslital.

Besonders eindrücklich ist der sogenannte Polenweg: Während des Zweiten Weltkriegs wurde er von internierten polnischen Soldaten gebaut. Heute ist er ein wunderschöner Trail – und im Schnee gar ein exklusives Erlebnis. Vor allem dann, wenn man die erste Spur hineinziehen darf. Die winterliche Stimmung an diesem Südhang ist etwas Besonderes, denn normalerweise ist dies einer der ersten Orte, an denen der Frühling in meiner Heimat Einzug hält. Doch heute liegt alles unter einer stillen, fast magischen Schneedecke.

Nach dem Trailgenuss erwartet uns in Luzern noch der perfekte Abschluss. Bei einem wunderbar stimmungsvollen Tessiner Apéro in der Locanda Bellini (danke Alessandro) liessen wir den Tag Revue passieren. Zwischen Lachen, Geschichten, Erlebnissen und feinem Apéro wird gebührend auf die neue Saison angestossen.
Auf die kommenden Abenteuer.
Auf neue Trails.
Und auf Tage wie diesen, die man so nie planen könnte.
Danke euch allen für diesen besonderen Saisonauftakt im Innerschweizer Tiefschnee. Die Bikesaison ist definitiv eröffnet.


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